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75 JAHRE BUND DEUTSCHER STAUDENGÄRTNER

Die Kraft, die aus der Mischung kommt

Jubiläumsbeet im Zukunftsgarten der IGA 2027 in Dortmund

75 Jahre Bund deutscher Staudengärtner

Jubiläumsbeet im Zukunftsgarten der IGA 2027 in Dortmund
Wilde Ästhetik für einen extensiven Park

Das Jubiläumsbeet wird langfristig Teil eines weitläufigen, extensiv gepflegten Parks sein. Deshalb hat der Gestalter Harald Sauer ihm eine wiesenhafte Struktur verliehen. Die kräfti-gen Pflanzen und deren Strukturen, Texturen, Konturen und Blütenfarben werden sich klar gegenüber den umliegenden Wiesenflächen abgrenzen, aber gleichzeitig den Geist des extensiven Parks atmen und wie eine Überhöhung der umgebenden Wiesen wirken. Die 500 m² Stauden in 5 Beeten sind von Rasenflächen und Wegen unterbrochen und wirken dadurch wie ein eigener kleiner Garten.

Ein dauerhaftes Gartengerüst bilden unter anderem Calamagrostis, Panicum, Poa, Veronicastrum, Vernonia, Amsonia, Euphorbia, Datisca, Glycyrrhiza. Der Garten wirkt durch sein starkes Gerüst und rhythmische Gruppierungen trotz der vielen Pflanzen ruhig, strukturiert und natürlich und hält für die Besucher vieles zum Entdecken bereit.
Die sehr vielen spitzen Winkelflächen im Beet könnten Besucher zu Abkürzungen darüber verleiten. Hier plante Harald Sauer möglichst kräftige und robuste Stauden wie immergrüne Poa labillardieri oder Pennisetum viridescens ein. Da ein geradliniger Gartendurchgangsweg fehlt, könnte in Beet 4 ein Trampelpfad entstehen. Diesem stehen kräftige, aber nicht zu massige Pflanzgruppen mit Desmodium, Stipa gigantea und Panicum entgegen.

Im Grunddesign verteilen sich im Garten viele früh grünende Gräser, kräftige Stauden und wenige Gehölze zu einem Gesamtbild des Gartens, welches von weitem schon sichtbar sein wird. So gibt es unterschiedliche Grasmatrizes vernetzt mit Blockpflanzungen und auch unterschiedliche Höhen. Die sich dadurch ergebenden Blickachsen waren in allen Überlegungen wichtig.

Die Standortverhältnisse sind in puncto Wasserhaushalt und Durchwurzelbarkeit an diesem ehemaligen Industriestandort nicht einfach einzuschätzen und die Zeit muss zeigen, wie sich die Verhältnisse nach den Baumassnahmen entwickeln und welche Pflanzen wie zurechtkommen. Diese, unbedingt sehr spannende Entwicklung gilt es in der Zukunft zu beobachten und den Garten durch eine fachliche Betreuung zu lenken, um das Ziel eines zeitgemässen Staudengartens zu erreichen, der sowohl den schwierigen Standortverhältnissen als auch der Örtlichkeit in puncto Ästhetik entspricht mit einer guten Resilienz, um in einem extensiven Park bestehen zu können.

 

Hier einige Pflanzkombinationen in diesem Garten:

  • In Beet 1 und 5 ist jeweils in der Nähe der Zugangswege eine kräftige Gruppierung aus Calamagrostis `Karl Foerster´ mit Silphium wasiotense und Salvia uliginosa gepflanzt. Diese lang blühende hohe Kombination wird im Spätsommer sehr einladend wirken.

  • Angelica gigas können im Sommer mit ihrer eindrücklichen Farbe/Form und voll mit Wespen sehr eindrücklich wirken. Sie sollen im Beet 5 die Eingangssituation hervorheben und sind dort in eine Molinia-Wiese integriert.

  • Eine nicht nur im Juni beeindruckende Kombination ist Rosa mutabilis mit Calamagrostis `Waldenbuch`. Eine Salix exigua als Coppicing-Gehölz wird zusammen mit Calamagrostis `Karl Foerster´ und hohen Sanguisorba `Cangshan Cranberry´ auch der perfekte Blickpunkt einer anderen Wegachse sein.

  • In den niedrigeren Wiesen gibt es die tollen Kombis von Patrinia unter anderem mit Eryngium agavifolium oder die Hemerocallis in weiss und rosa in Geranium `Rebecca Moss`und die Sedum `Matrona`mit ihren Scheibenblüten in den Blütenbüscheln von Aster divaricatus.


Der Garten wird im Frühjahr mit Blühaspekten eher sachte beginnen und wird durch Geophyten noch etwas herausgearbeitet. So startet er mit Nepeta, Euphorbia `Teichlaterne´ und den Amsonien und geht dann über Rosa mutabilis und Penstemon langsam in den Frühsommer und Sommer über, wenn der Garten dann sehr viel zu bieten hat. Auch der Herbst wird sehr coole Aspekte in dem Garten bereithalten. Die Winterstruktur wird ebenfalls sehr beeindruckend sein.
Es sind einige dynamische Pflanzen eingeplant, welche zum einen den Aspekt im Gartenschaujahr prägen sollen (so z.B. Angelica gigas, Patrinia monandra und scabiosifolia, Agastache `Black Adder´ oder auch 2 Arten von Verbenen). Sie sollen aber auch zusammen mit initial gepflanzten Cnidium, Eryngium giganteum oder Knautia arvensis in der Entwicklung des Gartens auf Dauer eine gute Rolle spielen.

Für das Gartenschau-Jahr selbst sind auch einige wenige `Sommerflor-Pflanzen´ als besonderer Aspekt eingeplant: Das sind einige Honka Dahlien, vorwiegend in Deschampsia, Emilia coccinea in niedrigen Sesleriawiesen und Lobelia `Hadspen Purple´als sicherlich eher kurzlebige, aber im Sommer herausragend blühende Staude in diversen wiesigen Bereichen.

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