BdS-Wintertagung: Staudengärtner schaffen gemeinsam Perspektiven
„Wir blicken auf eine 75jährige Erfolgsgeschichte zurück und sind als Problemlöser für Klimawandel und Insektenförderung aktuell unerlässlich“, so begrüßte Michael Moll, Vorsitzender des Bundes deutscher Staudengärtner (BdS) im Zentralverband Gartenbau (ZVG) seine Kollegen bei der Mitgliederversammlung am 11. Februar 2026 in Grünberg. Mit Zuversicht, Tatkraft und der speziell bei den Staudengärtnern starken Gemeinschaft wird auch die allgemein angespannte wirtschaftliche Lage zu meistern sein. Im Rückblick auf das vergangene Jahr wies Moll auch auf den aktiven Staudengärtnernachwuchs hin mit der sehr gut besuchten Azubifahrt, der neu ins Leben gerufenen Juniorengruppe und der gemeinschaftlichen Pflanzung des Jubiläumsbeetes auf der IGA 2027 von jungen Staudengärtnern.
Perspektiven für die Neuausrichtung der Ausbildungsordnung seitens der Fachrichtung Stauden trug Finn Schachtschneider vor und erhielt die volle Zustimmung der anwesenden Staudengärtner. Auch seine Initiative für eine allgemein abgestimmte Pflanzenliste Stauden für Auszubildende wurde befürwortet.
Ergebnisse der vielfältigen Pressearbeit des BdS stellte Andre Stade als Arbeitskreisvorsitzender Werbung und Öffentlichkeitsarbeit vor. Hierfür entrichtet jedes BdS-Mitglied einen entsprechenden Beitrag. Sehr erfreuliche Ergebnisse zeigte auch Wolfgang Siebler, der die Zusammenarbeit mit dem Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im ZVG koordiniert. Die von Staudengärtnern entworfenen Staudenmischungen für Grabstellen entwickeln sich sehr positiv. Die interne Marktdatenumfrage zeigte den hohen Einsatz von Torfersatzstoffen mit 50 % und Recyclingtöpfen mit 40 %, erläuterte Christoph Hokema. Versuchsergebnisse zu Staudensubstraten, Mehltau und biologisch abbaubaren Düngerumhüllungen stellte die Vorsitzende des BdS-Arbeitskreises Versuchswesen, Dr. Luise Radermacher, Lehr- und Versuchsanstalt in Erfurt vor. Als wichtiges Thema der Zukunft nannte sie das Wassermanagement.
Ziehen Wildbienen Wildarten vor oder werden Sorten der gleichen Art ebenso stark angeflogen? Die vergleichende Untersuchung von „Stauden(sorten)attraktivität für Wildbienen“ wird hierzu Erkenntnisse liefern. Felix Bossung und Henri Greil vom Institut für Bienenschutz des Julius Kühn-Instituts in Braunschweig zeigten schon aufschlussreiche erste Ergebnisse auf.
Prof. Dr. Swantje Duthweiler, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf informierte die über 60 Anwesenden über die Ergebnisse der Achillea-Sichtung. Zudem präsentierte sie die derzeitige Umgestaltung des Sichtungsgartens in Weihenstephan mit sehr guter Resonanz.
Der Arbeitskreis Pflanzenverwendung entwirft traditionell zukunftsweisende Pflanzkonzepte. Der Vorsitzende Casian Schmidt von der technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe erläuterte die aktuell in der Testung befindlichen Konzepte mit klimaresilienten Halbsträuchern, Stauden-Trittrasen und Vegetationsmattenmodulen.
Michael Moll lud die Anwesenden zur BdS-Jubiläumsfeier am 11. Juni 2026 auf dem Gelände der IGA in Dortmund ein. Weitere Informationen werden in Kürze veröffentlicht.