75 Jahre BdS: Verband lebt vom Engagement seiner Mitglieder
Unterschiedliche Lebenswege, gemeinsame Leidenschaft für Stauden und ein starkes Netzwerk – diese Themen prägten die Gesprächsrunde zum 75jährigen Jubiläum des Bundes deutscher Staudengärtner (BdS) im Zentralverband Gartenbau (ZVG) am 11. Juni 2026 in Dortmund. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, welche Bedeutung Verbände heute noch haben. Die Teilnehmenden waren sich einig: Der BdS lebt von der aktiven Mitarbeit seiner Mitglieder und bietet weit mehr als eine fachliche Interessenvertretung.
Carolin Häussermann schilderte ihren Weg in einer „Staudengärtner-Dynastie“ und berichtete von der erfolgreichen Reaktivierung der BdS-Juniorengruppe. Jan Weinreich aus Wolmirstedt erinnerte an die ersten Jahre nach der Wiedervereinigung und das Zusammenwachsen der ost- und westdeutschen Staudengärtner. BdS-Vorsitzender Michael Moll beschrieb, wie er als Betriebsneugründer durch langjährige Mitglieder an den Verband herangeführt wurde und die kollegiale Zusammenarbeit sowie der fachliche Austausch ihn von einer Mitgliedschaft überzeugten.
ZVG-Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf würdigte insbesondere das Engagement des BdS für den Berufsnachwuchs. Die jährliche Azubifahrt sei ein Beispiel dafür, wie Verbandsarbeit junge Menschen für den Berufsstand begeistern und Netzwerke schaffen könne.
Zugleich unterstrich sie die Bedeutung der Verbände für die politische Interessenvertretung. Sie seien unverzichtbar, um die wirtschaftliche Bedeutung des Gartenbaus sichtbar zu machen und die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf die betriebliche Praxis zu verdeutlichen.
Einen Blick auf die künftigen Herausforderungen der Branche warf Dennis Hölzer von der Gartenbau-Versicherung. Die Staudengärtnereien zeichneten sich durch eine große Kulturvielfalt aus und stünden vor steigenden Anforderungen an die technische Ausstattung ihrer Betriebe. Entsprechend rechnet er in den kommenden Jahren mit weiteren Investitionen in moderne Technik und betriebliche Infrastruktur.